Naturkosmetik

Empfehlenswerte Hersteller von Naturkosmetik

Woran erkennt man überhaupt einen „guten“ Produzenten von Naturkosmetik? Das wohl wichtigste Kriterium ist die Zertifizierung nach einem anerkannten Bio- oder Naturkosmetik-Standard in der EU wie zum Beispiel:

  • BDIH-Standard
  • Cosmebio (französisch)
  • Demeter
  • Fairtrade
  • Halal (ohne Alkohol)
  • ICADA (kleine und mittlere Unternehmen)
  • ICEA (italienisch)
  • Natrue
  • Naturland-Siegel
  • NCS (Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik, mit zusätzlichem Vegan-Siegel)
  • organic oder natural Cosmos-Standard
  • organic oder natural Ecocert
  • Soil Association (britisch)

Selbstverständlich gibt es derlei Kosmetik-Siegel zum Beispiel auch in den USA, wo allerdings etwas andere Voraussetzungen für die Grenzwerte und Normen gelten.

Ein weiteres Qualitätskriterium mit Blick auf den Hersteller ist das Angebot eines möglichst breit aufgestellten Sortiments. Unter den Begriff „Vollsortimenter“ fallen jene Unternehmen, die im Prinzip alle Kosmetikbereiche abdecken:

–          Gesichtspflege (Cremes)

–          Haarpflege

–          Make-up

–          Zahnpflege

–          Sonnenschutz

Hier wurde einfach mal festgelegt, dass ein würdiger Kosmetikhersteller mindestens 20 verschiedene Produkte im Portfolio führen sollte. Zudem sollten all diese Kosmetikartikel permanent in der Fläche verfügbar sein, das heißt, sie sollten in Supermärkten, Drogerien, Parfümerien, Reformhäuser oder auch Bioläden erhältlich sein. Darin enthalten sollen aber ausschließlich natürliche Rohstoffe, Bio-Zutaten oder echte Pflanzenöle beziehungsweise Extrakte daraus sein. Was dagegen nicht drin sein darf, zeigt die folgende Liste:

  • Aluminium
  • Cetylalkohol
  • Chemische UV-Filter
  • Dimethicon
  • Formaldehyd
  • Künstliche Duft- und Farbstoffe
  • Moschus
  • MOSH beziehungsweise MOAH oder Mikroplastik auf Erdölbasis
  • Palmöl
  • Parabene
  • PEG-Derivate wie Polyethylenglykol
  • Phthalate
  • Silikone
  • Synthetische Konservierungsstoffe

Erlaubte Substanzen für Naturkosmetika

Naturkosmetika enthalten Fette und Öle oder Wachse. Bei genauerer Betrachtung handelt es sich um Oliven- und Sojaöl, Shea- oder Kakaobutter, Bienenwachs. Das Ethanol (Trinkalkohol) für Parfums oder Deodorants wird durch Fermentation gewonnen.

Außerdem sind ätherische Öle, Blütenwässer, Kräuterextrakte und natürliche Aromen erlaubt. Für ihre reinigende Wirkung sind Zuckertenside bekannt, die aber hier auf rein pflanzlicher Basis hergestellt worden sein müssen. Ebenfalls aus natürlichen Rohstoffen müssen die Emulgatoren (Bindungsstoffe) sowie die Konservierungsstoffe bestehen.

Es geht immer auch um die Umwelt

Abgesehen davon, dass Naturkosmetik gesünder für unsere Haut ist, gelangen dadurch nur völlig unbedenklich, biologisch leicht abbaubare Stoffe in die Umwelt und damit in den Nahrungskreislauf. Dies beginnt schon lange vor der Herstellung der Produkte, denn wer kein Palmöl verwendet, muss auch keine Regenwälder abholzen. Übrigens sind Tierversuche im Vorfeld der Herstellung von Biokosmetika ganz und gar obsolet. Überdies dürfen sich Tierfreunde über die zunehmende Beliebtheit der veganen Naturkosmetik freuen.

Das Sortiment der Naturkosmetik ist sehr weit gefächert und enthält unter anderem diese Produkte:

  • Augencreme
  • BB-Creme
  • Bodylotion
  • Bodyspray
  • Concealer
  • Coverstick
  • Deodorant
  • Duschgel
  • feste oder flüssige Naturseifen
  • Grundierung / Foundation
  • Kajal / Eyeliner
  • Körperbutter
  • Lidschatten
  • Lipgloss und Lipliner
  • Lippenpflege und Lippenstift
  • Gesichtscreme und Gesichtsmaske
  • Hand- und Nagelcreme
  • Öle
  • Puder
  • Reinigungsmilch und Reinigungsgel
  • Rouge, Wimperntusche, Mascara
  • Shampoo
  • Sonnen- beziehungsweise UV-Schutz

Preise

Nein, Naturkosmetik ist eben nicht teurer als die sonst übliche Marken-Kosmetik, denn die größeren Drogerieketten bieten heute ihre eigenen Naturkosmetiklinien an und diese Produkte sind vergleichsweise günstig. Als Beispiele seien hier der Eyeliner von Terra Naturi (Müller), Alverde (dm) oder Alterra (Rossmann) für ungefähr 1,75 Euro genannt.

Was ist der Unterschied zwischen Natur- und Biokosmetik?

Diese Begriffe sind nicht geschützt, was dem Missbrauch Tür und Tor öffnet. Im Prinzip sollte Biokosmetik mit Blick auf die Inhaltsstoffe noch höheren Ansprüchen als die Naturkosmetik genügen, das heißt zum Beispiel, dass die pflanzlichen Rohstoffe der Biokosmetik aus kontrolliertem biologischem Anbau stammen müssen. Darauf legt beispielsweise Ecocert bei „organic cosmetic“ großen Wert.

Achtung:

Natur- und Biokosmetik bedeuten nicht automatisch, dass die Produkte vegan sind!

Wo sollte man Naturkosmetik einkaufen?

Einige Premium-Marken wie Dr. Hauschka, Primavera, Annemarie Börlind oder Dr. Bronner’s bekommen Sie fast ausschließlich in Reformhäusern, Bioläden oder Apotheken.

Wie oben bereits erwähnt, bieten die Drogeriemarktketten Rossmann und dm relativ günstige Eigenmarken wie Alterra oder Alverde an. Und Produkte von Alviana, i+m, Lavera, Sante, Speick und Weleda gibt es sogar in Supermärkten.

Online findet man viele sehr gute Produkte zum Beispiel bei BioNaturel oder Ecco Verde.